Hugo Preuß
Zeichnung:
Hildegard Arminius (1919)
Letzte Änderung: 13.04.2016
 
Hugo-Preuß-Stiftung
haeuser
rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Berlin

Colloquium

Die erste Veranstaltung fand an der Technischen Universität Berlin (vgl. Prof. Dr. Monika Wienfort unter Kuratorium) am 12. Februar 2009 statt. Frau PD Dr. Kathrin Groh (Universität Bielefeld) stellte Kernthesen ihrer Habilitationsschrift „Demokratische Staatsrechtslehrer in der Weimarer Republik“ (2008, nunmehr als Buch: Tübingen 2010) unter dem Vortragstitel
„Mosaiksteine demokratischer Verfassungslehre in der Weimarer Republik:
Von Preuß zu Anschütz und Thoma, Heller und Kelsen“

zur Diskussion; für die Vorbereitung wurde seitens der Hugo-Preuß-Stiftung ein Reader mit diesen Texten zur Verfügung gestellt:

  1. Einen geschichtswissenschaftlichen Einstieg bietet: Reinhard Rürup, Entstehung und Grundlagen der Weimarer Verfassung, in: Eberhard Kolb (Hg.), Vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, Köln 1972, S. 218-243 (der Autor lehrte bis zu seiner Emeritierung Neuere Geschichte an der TU Berlin, woran mit dem Colloquium erinnert wurde).
  2. Verfassungsgeschichtliche Einblicke aus Sicht eines Zeitzeugen findet sich bei: Willibalt Apelt, Geschichte der Weimarer Verfassung, München 1946, S. 56-82.
  3. Die erste zusammenhängende Präsentation von Leitprinzipien der wirksam gewordenen Weimarer Verfassung enthält: Hugo Preuß, Deutschlands Staatsumwälzung. Die verfassungsmäßigen Grundlagen der deutschen Republik (Berlin o.J., 1919), in: Hugo Preuß. Politik und Verfassung in der Weimarer Republik, herausgegeben und eingeleitet von Detlef Lehnert (Gesammelte Schriften, Bd. 4), Tübingen 2008, S. 101-113.
  4. Der Wiener Verfassungsbeauftragte hat kurz darauf seine Grundpositionen formuliert: Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie, Tübingen 1920 (Broschüre 38 S. - die wesentlich erweiterte Fassung 2. Aufl. Tübingen 1929 hat dann noch stärker die konservativen Demokratiegegner kritisch im Blick).
  5. Einer der wenigen ausdrücklich verfassungspolitisch argumentierenden Texte des „Weimarer Kronjuristen“ ist seine Heidelberger Rektoratsrede: Gerhard Anschütz, Drei Leitgedanken der Weimarer Reichsverfassung, Tübingen 1923
    (Broschüre 34 S.).
  6. Sein Heidelberger Kollege hat ebenfalls in diesem ersten Krisenjahr der Weimarer Republik seine Grundgedanken einschlägig placiert: Richard Thoma, Der Begriff der modernen Demokratie in seinem Verhältnis zum Staatsbegriff. Prolegomena zu einer Analyse des demokratischen Staates der Gegenwart, in: Hauptprobleme der Soziologie. Erinnerungsgabe für Max Weber, Bd. 2, München 1923, S. 39-64.
  7. Der jüngste dieser namhaften Autoren leistete einige Jahre später in einen Vortrag an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin seinen prägnanten Beitrag: Hermann Heller, Politische Demokratie und soziale Homogenität (1928), in: Hermann Heller. Gesammelte Schriften, Bd.2, herausgegeben von Christoph Müller, 2. Aufl. Tübingen 1992, S. 421-433.

Am 28. Mai 2009 sprach PD Dr. Ewald Grothe (Wuppertal) zum Thema „Hugo Preuß in der preußisch-deutschen Verfassungsgeschichtsschreibung“. Dieser Vortrag behandelte insbesondere Themenfelder im Umkreis zweier historischer Monographien von Preuß, die nicht in die Edition seiner Gesammelten Schriften (2007ff.) aufgenommen werden: "Die Entwicklung des deutschen Städtewesens" (1906) und "Verfassungsgeschichtliche Entwicklungen in Deutschland und Westeuropa" (1927). Der Vortragende hat eine viel beachtete Habilitationsschrift veröffentlicht, die auch einige Hinweise auf Hugo Preuß enthält, aber vor allem einen weit gespannten Überblick verschafft:
Ewald Grothe, Zwischen Geschichte und Recht. Deutsche Verfassungsgeschichtsschreibung 1900-1970, München 2005.
Dazu sind inzwischen ca. 30 Rezensionen erschienen, eine davon ist diese:
(http://www.sehepunkte.de/2007/07/8445.html)

Am 1. Oktober 2009 referierte Dr. Nadine Rossol (Limerick) zum Thema „Verfassungsfeiern in der Weimarer Republik“. Ein thematisierender Beitrag der Vortragenden „Weltkrieg und Verfassung als Gründungserzählungen der Republik“ lag dazu vor in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 8. Dezember 2008, S. 13-18. Die Dissertation „Visualising the Republic – Unifying the Nation“ (PhD Limerick, Sept. 2006) erschien in neu bearbeiteter Fassung nunmehr als Buch: Nadine Rossol, Performing the Nation in Interwar Germany. Sport, Spectacle and Political Symbolism, 1926-36, Basingstoke: Palgrave, 2010.

Wegen der besonderen Aktivitäten zum 150. Geburtstag von Hugo Preuß im Oktober 2010 (vgl. dazu Veranstaltungen) wurde das Colloquium 2010 an einem Tag mit einer größeren Anzahl von Vorträgen durchgeführt. Der 150. Geburtstag von Friedrich Naumann war der Anknüpfungspunkt:

Colloquium Naumann

Seitenanfang